"Grenzenlos bewegen" – Verbesserung der Mobilität bei postoperativer Funktionsstörungen (="funktionelle Lähmung") bei älteren PatientInnen mit Kniegelenksersatz

Aufgrund der Änderung der Altersstruktur der Bevölkerung leiden immer mehr ältere Menschen an Abnützungs-erscheinungen des Stütz- und Bewegungsapparats wodurch immer öfter ein Gelenksersatz notwendig wird. Dadurch werden in letzter Zeit immer mehr Kniegelenksersatzoperationen durchgeführt. Meist kommt es im postoperativen Verlauf zu einer sogenannten "funktionellen Lähmung".
Eine funktionelle Lähmung ist eine Schwäche der Muskulatur, der eine Störung des neuronalen Regelkreises mit einer verminderten willkürlichen Ansteuerungsfähigkeit der betroffenen Muskulatur zu Grunde liegt. Ursache für diese Störungen können Schmerz, Inaktivität und traumatische Einwirkungen (z.B. Operation) sein.
Der neuronale Regelkreis besteht aus motorischen alpha– und gamma Bahnen, den afferenten Bahnen, sowie einer Steuerungszentrale (CPG = central pattern generator), die im Rückenmark lokalisiert ist und mit den entsprechenden Hirnarealen kommuniziert.
Die "funktionelle Lähmung" bedingt wiederum einen Verlust von Kraft und Koordination der betroffenen Extremität, der sich negativ auf die Mobilität der betroffenen PatientInnen auswirkt. Dadurch ist es oftmals schwierig, die PatientInnen in den Alltag zu reintegrieren und es werden lange, aufwendige, kostenintensive und wiederholte Rehabilitations-Aufenthalte und Therapien nötig.

Derzeit ist der exakte Mechanismus der zu dieser funktionellen Lähmung führt, noch nicht im Detail erforscht. Auch gibt es bis jetzt nur unzureichende Messmethoden um das genaue Ausmaß dieser funktionellen Lähmung und der damit verbundenen Funktionseinschränkung zu evaluieren.
Die derzeitigen Therapiestrategien und Rehabilitationsmaßnahmen sind oft insuffizient und nicht ausreichend an die individuellen Bedürfnisse der PatientInnen angepasst.

Nachdem das oben genannte Problem einen großen Teil der älteren Bevölkerung in allen europäischen Ländern betrifft wird sich dieses Projekt dieser noch unzureichend erforschten Thematik annehmen.

Projektziele:

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Evaluation von postoperativen sensomotorischen Störungen des M. Quadrizeps und der Bewegungskette an der unteren Extremität:
Ziel ist es vor allem, die einzelnen Teile des sensomotorischen Regelkreises näher zu erforschen und zu bewerten. Es sollen jeweils Assessmenttools für den nervalen Anteil des sensomotorischen Systems für die Muskelfunktion getrennt , für das funktionelle Zusammenspiel dieser funktionellen Einheiten entwickelt werden.

Entwicklung von effektiven und ökonomischen Rehabilitationsstrategien zur möglichst raschen Wiedererlangung der Funktionsfähigkeit:
Nach Analyse und Prüfung der derzeit vorhandenen Rehabilitationsstrategien sollen die bereits existierenden Trainingsmethoden optimiert, sowie neue, aufgrund der sportmedizinischen Forschungen in Bratislava entwickelten Methoden in die Rehabilitation von älteren PatientInnen nach Kniegelenksersatz integriert werden.

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